Das Ägyptische Rote Meer – Hurghada, Marsa Alam & alle Küstenstädte

Das Ägyptische Rote Meer – Hurghada, Marsa Alam & alle Küstenstädte

1.000 km Traumküste · 8 Städte · Korallen · Dugongs · Delfine · Haie · Wracks · Wüste

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Wassertemperatur20–30 °C ganzjährig
Sonnentage / Jahrüber 340 bis 40 Meter
Fischartenüber 1.200 Arten
Alle Städte

Alle Städte der ägyptischen Roten-Meer-Küste

Die ägyptische Küste des Roten Meeres erstreckt sich über mehr als 1.000 Kilometer – von El Gouna im Norden bis Halayeb an der sudanesischen Grenze. Jede Stadt ist anders. Jede hat ihre eigene Seele.

HurghadaGrößte Ferienstadt, All-Inclusive, Familien, Direktflüge aus Europa.
El GounaLagunen-Resort, Kitesurf-Mekka, Boutique-Hotels, exklusiv & ruhig.
Safaga GeheimtippWindsurf-Weltcup, Wracktauchen, Heilklima, authentisch.
Al Quseir GeheimtippÄlteste Hafenstadt, osmanisches Fort, unberührte Riffe.
Makadi BayLuxusresorts, ruhige Bucht, direkter Riffeinstieg, Paare.
Soma BayHalbinsel-Resort, Windsurfen, Golf, exklusiv.
Marsa Alam Natur-JuwelDugongs, Schildkröten, fast unberührte Riffe, Naturparadies.
Sharm el SheikhSinai-Seite, Ras Mohammed, Nightlife, Weltklasse-Tauchen.
Hurghada

Das Tor zum Roten Meer

Hurghada ist der Einstieg – und für viele der Anfang einer lebenslangen Liebe zum Roten Meer. Giftun-Insel, Delfin-Schwimmen bei Shaab el Erg, Tauchen, Nightlife, Wüstensafari. Alles ist da. Alles ist nah. Alles funktioniert. Das ist Hurghadas Stärke.

Marsa Alam – Die Seele des Roten Meeres

Marsa Alam ist das, was das Rote Meer war, bevor der Massentourismus kam. Ursprünglich, still, biologisch reich. Dugongs, Meeresschildkröten, unberührte Riffe – und ein Meeresschutzgebiet, das zu den wichtigsten der Erde gehört. Hier taucht man nicht für Fotos. Man taucht, um zu verstehen.

Küste des Roten Meeres bei Hurghada
Marsa Alam

Das Naturparadies im Detail

Marsa Alam liegt rund 220 Kilometer südlich von Hurghada – und dieser Abstand ist sein größtes Geschenk. Wer hierher kommt, hat die Touristenmassen hinter sich gelassen. Die Stadt selbst ist klein und unspektakulär: eine Hauptstraße, ein paar Läden, ein kleiner Fischerhafen. Aber was davor liegt – das Meer, die Riffe, die Wüste – ist von einer Schönheit und biologischen Reichtum, die es auf der Erde kaum woanders gibt.

Das gesamte Küstengebiet rund um Marsa Alam ist Teil des Wadi el Gemal Nationalparks – eines der größten Meeresschutzgebiete Ägyptens, mit Mangroven, unberührten Stränden, Korallengärten und einer Artenvielfalt, für die Meeresbiologen aus aller Welt anreisen.

Der bekannteste Tauchplatz von Marsa Alam ist Elphinstone Reef – ein schmales Korallen-Plateau, das steil in die Tiefe fällt und zu den aufregendsten Tauchplätzen der Welt zählt. Hier patrouillieren Ozeanische Weißspitzenhaie, die gefährlichsten Haie des offenen Meeres – und dennoch ist eine Begegnung mit ihnen einer der ruhigsten, majestätischsten Momente, die das Tauchen zu bieten hat. Hammerhaischulen tauchen in der Tiefe auf und verschwinden wieder, als wären sie nie dagewesen. Adlerrochen gleiten vorüber wie Schatten.

Marsa Alam Weltklasse-Tauchplätze: Elphinstone Reef (Haie, Weichkorallen), Shaab Samadai (Delfin-Lagune), Abu Dabbab (Dugongs & Schildkröten), Shaab Marsa Alam (riesige Tischkorallen), Dolphin House. Alle innerhalb von 30–60 Minuten Bootsfahrt.

Das absolute Alleinstellungsmerkmal von Marsa Alam sind die Dugongs – die seltenen Seekühe des Roten Meeres. Nur wenige Orte weltweit haben noch stabile Dugong-Populationen, und einer davon ist die Bucht von Abu Dabbab, nur 30 Kilometer nördlich von Marsa Alam. Wer früh morgens ins Wasser geht und ruhig wartet, hat eine realistische Chance, einem Dugong direkt gegenüberzustehen – einem massigen, sanften, langsamen Tier, das mit seinem runden Kopf und seinem geduldigen Ausdruck aussieht, als hätte es alle Zeit der Welt. Diese Begegnung verändert Menschen.

In den Seegraswiesen rund um Marsa Alam tummeln sich hunderte von Meeresschildkröten – Grüne Meeresschildkröten und Unechte Karettschildkröten. Sie liegen auf dem Riffdach in der Sonne, fressen gemächlich Seegras, und lassen Schnorchler und Taucher auf wenige Meter an sich heran. In Marsa Alam ist eine Schildkrötenbeobachtung kein seltenes Glück – sie ist der Normalzustand.

Einzigartig ist auch die Shaab Samadai – eine hufeisenförmige Lagune, die von einem Riff eingeschlossen wird und als natürliches Schutzgebiet für eine große Population von Spinnerdelfinen dient. Morgens ruhen sie in der geschützten Lagune. Wer hineinschnorchelt, schwimmt mit Dutzenden von Delfinen – sanft, ohne Lärm, ohne Motorboote. Es ist das stille Gegenteil der lauten Delfin-Bootstouren anderswo.

Marsa Alam Tipp: Wer im April oder Oktober kommt, trifft die größten Walhai-Saisonen. Der Walhai – das größte Tier des Ozeans und so harmlos wie ein Plankton-Filter – taucht hier häufiger auf als an fast jedem anderen Ort des Roten Meeres.
Korallenriffe und Küstenlandschaft am Roten Meer
Safaga

Windstadt, Wracktauchen & Heilklima

60 Kilometer südlich von Hurghada. Kein Massentourismus, konstanter Nordwind, authentisch. Heimliche Windsurf-Welthauptstadt Ägyptens, internationale Wettkämpfe. Das Wrack der Salem Express – versunkene Fähre 1991 – ist der emotionalste Tauchgang des Roten Meeres. Das Panorama Reef gehört zu den gesündesten Riffen der gesamten Küste. Heilende Wirkung bei Psoriasis und Gelenkerkrankungen – medizinische Kliniken empfangen jährlich tausende Patienten.

Safaga Geheimtipp: Kleine Tauchbasen am alten Hafen – Weltklasse-Riffe zu einem Bruchteil der Hurghada-Preise. Wer taucht und noch nicht in Safaga war, hat etwas verpasst.

Al Quseir – Geschichte, Stille & unberührte Riffe

140 km südlich von Hurghada. Eine der ältesten Hafenstädte am Roten Meer – Pilger, Händler, Osmanen, Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen. Das osmanische Fort aus dem 16. Jahrhundert steht noch. Die Altstadt aus Korallenstein ist ein lebendiges Museum. Die Riffe direkt vor der Stadt – kaum frequentiert, biologisch reich. Das Wadi Hammamat hinter der Stadt: Felszeichnungen aus 4.000 Jahren Geschichte.

Al Quseir Übernachtung: Boutique-Hotels in restaurierten Korallensteingebäuden – das romantischste Unterkunftserlebnis der gesamten ägyptischen Roten-Meer-Küste.
Küstenstadt am ägyptischen Roten Meer
Unter Wasser

Das Rote Meer unter Wasser

Papageienfische, Clownfische, Feuerfische, Murmuräle, Barrakudas, Adlerrochen, Napoleonfische, Hammerhaie, Weißspitzenhaie, Dugongs, Meeresschildkröten, Spinnerdelfine, Walhaie – das Rote Meer ist das artenreichste und zugänglichste Tauchmeer der Erde. 10 % aller Korallenriffe weltweit auf 0,2 % der Weltmeeresfläche.

Wracktauchen: Salem Express (Safaga), Sha'ab Abu Nuhas mit 4 Wracks (Brothers Islands), Carnatic & Giannis D – Weltklasse-Wracks, alle erreichbar von Hurghada, Safaga oder Al Quseir.

Aktivitäten

Was Reisende am Roten Meer tun

Schnorcheln, Delfine, Inseltouren, Nightlife, All-Inclusive

Kitesurfen, Lagunen, Boutique-Urlaub, Golf

Windsurfen, Wracktauchen, Heilklima, Quad-Tour

Altstadt, Riffe, Wadi Hammamat, Ruhe

Dugongs, Delfine, Schildkröten, Walhai, Elphinstone

Welche Stadt passt zu mir?

Die passende Küstenstadt finden

Familien & Erstbesucher → Hurghada · Stil & Ruhe → El Gouna · Windsurfer & Taucher → Safaga · Geschichtsliebhaber → Al Quseir · Naturliebhaber & Taucher → Marsa Alam · Partyurlaub & Top-Tauchen → Sharm el Sheikh

Fazit

1.000 Kilometer Traum

Hurghada öffnet die Tür. Safaga und Al Quseir zeigen das echte Rote Meer. Marsa Alam zeigt, wie die Erde war, bevor der Mensch alles veränderte. Wer nur eine Stadt kennt, kennt das Rote Meer nicht. Wer alle erkundet – der versteht, warum dieses Meer zu den größ

Das Ägyptische Rote Meer – Hurghada, Marsa Alam & alle Küstenstädte

Es gibt Meere auf dieser Erde, die schön sind. Und dann gibt es das Rote Meer. Ein Meer, das in einem Atemzug Weltwunder, Ökosystem, Heilungsort und Abenteuerdestination ist. 1.000 Kilometer Küste, acht Städte mit vollkommen unterschiedlichen Charakteren, und ein Unterwasserleben, das Biologen, Taucher, Schnorchler und Reisende aus aller Welt seit Jahrzehnten in seinen Bann zieht. Wer nur Hurghada kennt, hat das erste Kapitel gelesen. Wer bis Marsa Alam fährt, versteht das Buch.

Das Rote Meer – Ein Ozean, der seinesgleichen sucht

Bevor wir über die Städte sprechen, muss man verstehen, was das Rote Meer überhaupt ist. Es enthält 10 % aller Korallenriffe der Erde – in einem Gewässer, das nur 0,2 % der weltweiten Meeresfläche ausmacht. Über 1.200 Fischarten leben hier, viele davon ausschließlich im Roten Meer und nirgendwo sonst auf der Welt.

Die Wassertemperatur liegt ganzjährig zwischen 20 und 30 Grad Celsius. Die Sichtweite unter Wasser erreicht bis zu 40 Meter. Der Himmel über der Küste ist an mehr als 340 Tagen im Jahr wolkenlos. Das Rote Meer ist kein Sommerziel. Es ist ein Ganzjahresziel – und im Winter, von Oktober bis März, oft am schönsten.

Hurghada – Der Einstieg, dem nichts fehlt

In den 1980er Jahren war Hurghada noch ein kleines Fischerdorf. Heute ist es die größte Ferienstadt Ägyptens – mit Direktflügen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Russland und Dutzenden weiterer Länder. Was diese Transformation möglich gemacht hat, ist das, was auch heute noch bleibt: ein außergewöhnliches Korallenriff direkt vor der Küste, erreichbar mit dem Boot in wenigen Minuten.

Hurghada funktioniert für jeden. Familien mit Kindern finden in den großen All-Inclusive-Resorts an der Sahl Hasheesh Bucht alles, was ein Urlaub braucht: Pools, Animation, Strandservice, Kinderprogramm, Buffet rund um die Uhr. Taucher finden an den kleinen Tauchbasen-Hotels nahe des alten Hafens direkten Riffeinstieg zu Fuß. Partygänger finden am Marina Boulevard und in der Sahl Hasheesh Promenade Bars, Restaurants und Clubs bis in die frühen Morgenstunden.

Die Giftun-Inseln vor Hurghada sind das beliebteste Tagesausflugsziel der gesamten ägyptischen Roten-Meer-Küste: weißer Sandstrand, türkisklares Wasser, Korallen direkt am Ufer. Das Privatstrandresort Mahmya auf Giftun produziert das meistfotografierte Strandpanorama Ägyptens. Orange Bay ist wilder, ursprünglicher, und für Schnorchler oft noch aufregender.

Bei Shaab el Erg, einer flachen Untiefe südlich von Hurghada, lebt eine feste Population von Spinnerdelfinen. Jeden Morgen kommen sie nach einer Nacht auf der Jagd ins seichte Wasser. Sie kennen die Boote. Sie kennen die Schnorchler. Manchmal, wenn man still im Wasser liegt, kommt ein Delfin, dreht eine Runde um einen herum, und sieht einem direkt in die Augen. Kein Zoo der Welt kann das imitieren.

Das alte Hurghada (El Dahar) ist für alle, die das echte Leben suchen: Gewürzläden, frischer Fischmarkt, Teehäuser, enge Gassen – die Stadt, die Hurghada einmal war, bevor die Hotels kamen.

Hurghada am Roten Meer

El Gouna – Das exklusive Lagunenparadies

Nur 20 Kilometer nördlich von Hurghada liegt El Gouna – und fühlt sich an wie ein anderes Land. Kanäle durchziehen die Stadt wie in Venedig, Lagunen schimmern türkisblau zwischen weißen Boutique-Hotels, Fahrräder ersetzen Autos auf den Promenaden. El Gouna wurde von Grund auf geplant und gebaut – als Luxusresort, das auch als echter Ort funktioniert. Es gibt Schulen, Krankenhäuser, ein Kino, Restaurants mit Weltküche.

Was El Gouna international bekannt macht: Es ist eines der besten Kitesurf- und Windsurf-Reviere der Welt. Die Lagune mit ihrem flachen Wasser und dem konstanten Wind ist ideal für Anfänger, die in wenigen Tagen lernen wollen. Die offene See vor El Gouna ist ideal für Profis, die Speed wollen.

Makadi Bay & Soma Bay – Exklusivität und Riffzugang

Makadi Bay, rund 30 Kilometer südlich von Hurghada, ist eine ruhige, naturbelassene Bucht mit einigen der besten Fünf-Sterne-Resorts der gesamten Küste. Direkter Riffeinstieg vom Strand, kaum Tagesgäste, hervorragende Schnorchelbedingungen. Ideal für Paare und alle, die Massentourismus aktiv vermeiden.

Soma Bay ist eine Halbinsel südlich von Hurghada, die ausschließlich als Luxusresort genutzt wird: Windsurf- und Kitesurf-Weltcup-Austragungsort, ein Gary-Player-Golfplatz, und Strandbedingungen, die selbst verwöhnte Reisende beeindrucken.

Safaga – Die Windstadt und das stille Wrackrevier

Nur 60 Kilometer südlich von Hurghada liegt eine Stadt, die im internationalen Taucher- und Windsurfer-Netzwerk längst bekannt ist, beim breiten Urlaubspublikum aber immer noch als Geheimtipp gilt: Safaga. Kein Touristenstrom, keine riesigen Hotelkomplexe, kein Straßenlärm. Stattdessen: konstanter Nordwind, glasklares Wasser, gesunde Korallen und eine Echtheit, für die Wiederkehrer lange Wege in Kauf nehmen.

Der Nordwind, der durch die natürliche Bucht von Safaga fegt, ist einer der zuverlässigsten und stärksten Küstenwinde des Roten Meeres. Das hat Safaga zu einem Windsurf-Weltcup-Austragungsort gemacht – internationale Wettkämpfe, professionelle Windsurfer aus aller Welt, und Schulen, die Anfänger in Tagen auf das Wasser bringen.

Unter Wasser ist Safaga mindestens genauso legendär. Das bekannteste Wrack der gesamten ägyptischen Roten-Meer-Küste liegt hier: die Salem Express – eine ägyptische Fähre, die in der Nacht des 15. Dezember 1991 auf einem Riff aufschlug und sank. Hunderte Menschen verloren ihr Leben. Das Wrack liegt heute in 15 bis 30 Metern Tiefe: Korallen wachsen über die Reling, Fische bewohnen die Kabinen, das Licht fällt durch die Bullaugen auf den Meeresboden. Ein Tauchgang, der einen tief berührt und lange nicht loslässt.

Das Panorama Reef, das Abu Kafan-Riff und der 90-Grad-Wall bei Safaga sind Tauchplätze, für die internationale Taucher extra anreisen. Die Riffe hier sind durch die geringere Frequentierung in einem Zustand, der die vielbesuchten Riffe vor Hurghada manchmal neidisch macht.

Und dann ist da noch das medizinische Geheimnis von Safaga: Das Wasser, der schwarze Sand und das besondere Mikroklima der Bucht sollen nachweislich heilende Wirkung bei Schuppenflechte (Psoriasis) und verschiedenen Gelenkerkrankungen haben. Spezialkliniken und Sanatorien empfangen jährlich tausende Patienten aus Europa, Russland und dem arabischen Raum. Safaga ist damit nicht nur Urlaub – für viele Menschen ist es Heilung.

Al Quseir – Die Stadt, die Zeit vergessen hat

140 Kilometer südlich von Hurghada liegt eine Stadt, die das Wort Geheimtipp noch wirklich verdient: Al Quseir. Eine der ältesten Hafenstädte am Roten Meer – über diesen Hafen reisten jahrtausendelang Pilger nach Mekka, kamen indische Gewürze, afrikanisches Elfenbein und arabischer Weihrauch. Römer, arabische Händler, osmanische Soldaten haben alle ihre Spuren hier hinterlassen.

Das osmanische Fort aus dem 16. Jahrhundert bewacht noch immer den alten Hafen – bestens erhalten, heute als Museum zugänglich, mit einem Panoramablick auf das Meer, der jeden Fotografen glücklich macht. Die Altstadt ist aus Korallenstein gebaut: enge Gassen, kunstvoll verzierte Holzfenster im arabischen Stil, kleine Moscheen, Teehäuser. Kein Touristenladen an jeder Ecke. Echtes Leben, echte Menschen, echte Geschichte.

Unter Wasser ist Al Quseir ein Paradies für Taucher, die Qualität über Quantität stellen. Die Riffe direkt vor der Stadt sind in weiten Teilen noch vollkommen gesund – weniger Taucher, gesündere Korallen, mehr Tierleben. Meeresschildkröten, Napoleonfische, Hammerhaie in der Tiefe – und das alles ohne die Bootsgruppen, die an anderen Plätzen das Erlebnis manchmal trüben.

Hinter Al Quseir beginnt das legendäre Wadi Hammamat: eine antike Handelsroute, die seit dem 4. Jahrtausend vor Christus benutzt wurde, mit ägyptischen Felsinschriften und Hieroglyphen an den Wänden, die vorpharaonischen Ursprungs sind. Geschichte pur, unter freiem Himmel.

Marsa Alam – Die Seele des Roten Meeres

Wenn es einen Ort am Roten Meer gibt, der alle anderen in den Schatten stellt, wenn es um biologischen Reichtum, Ursprünglichkeit und emotionale Tiefe geht, dann ist es Marsa Alam. 220 Kilometer südlich von Hurghada – und damit weit genug weg, dass der Massentourismus noch nicht angekommen ist.

Die Stadt selbst ist klein: eine Hauptstraße, ein Fischerhafen, ein paar Lokale, ein kleiner Flughafen mit internationalen Verbindungen. Was Marsa Alam ausmacht, liegt ausnahmslos vor seiner Küste und hinter seinem Strand. Das gesamte Küstengebiet ist Teil des Wadi el Gemal Nationalparks – eines der größten und bedeutendsten Meeresschutzgebiete Ägyptens, mit Mangrovenwäldern, unberührten Stränden, Korallenriffen in hervorragendem Zustand und einer Artenvielfalt, für die Meeresbiologen aus der ganzen Welt anreisen.

Elphinstone – Der aufregendste Tauchplatz des Roten Meeres

Das Elphinstone Reef, rund 30 Kilometer nördlich von Marsa Alam, ist ein schmales Korallen-Plateau, das steil in die Tiefsee fällt und weltweit unter Tauchern als eines der aufregendsten Riffe überhaupt gilt. Die Strömungen hier sind stark und unberechenbar – und genau das bringt das Leben: riesige Weichkorallen-Fächer, die sich im Strom biegen, mächtige Ozeanische Weißspitzenhaie, die langsam und majestätisch am Riff entlangpatrouillieren, Hammerhaischulen die in der blauen Tiefe auftauchen und wieder verschwinden. Erfahrene Taucher sprechen von Elphinstone mit derselben Ehrfurcht, mit der Bergsteiger vom Matterhorn sprechen.

Abu Dabbab – Die Bucht der Dugongs

Die Bucht von Abu Dabbab, rund 30 Kilometer nördlich von Marsa Alam, ist einer der wenigen Orte auf der Erde, an denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Dugong begegnet. Der Dugong – die Seekuh des Indopazifik – ist ein massiges, sanftes, langsames Tier, das ausschließlich Seegras frisst und in einer Bucht wie Abu Dabbab, deren Grund dicht mit Seegras bedeckt ist, seinen idealen Lebensraum gefunden hat. Wer früh morgens schnorchelt und ruhig im Wasser liegt, dem kommt ein Dugong manchmal so nah, dass man seine Augen sieht. Diese Begegnung – in freier Natur, auf Augenhöhe, ohne Zaun und ohne Wärter – verändert Menschen. Für immer.

In denselben Seegraswiesen von Abu Dabbab leben Hunderte von Meeresschildkröten – Grüne Meeresschildkröten und Unechte Karettschildkröten. Sie fressen, schlafen auf dem Riffdach, lassen sich von Schnorchlern auf wenige Meter annähern. In Marsa Alam ist eine Schildkrötenbeobachtung nicht das Glück eines Augenblicks. Es ist der Normalzustand.

Shaab Samadai – Die Delfin-Lagune

Die Shaab Samadai, auch bekannt als Dolphin House, ist eine hufeisenförmige Lagune, die von einem Riff eingeschlossen wird und als natürliches Schutzgebiet für eine große Population von Spinnerdelfinen dient. Morgens ruhen sie nach der nächtlichen Jagd in der ruhigen Lagune. Wer hineinschnorchelt, tut das ohne Motorboote, ohne Lärm, ohne das Aufscheuchen der Tiere. Die Delfine bestimmen die Begegnung. Sie kommen, wenn sie wollen. Gehen, wenn sie wollen. Und manchmal bleiben sie eine Stunde neben einem schwimmen, als wäre es das Natürlichste der Welt – weil es das ist.

Walhaie bei Marsa Alam

In den Monaten April, Mai, Oktober und November hat Marsa Alam eine der besten Walhai-Saisonen des gesamten Roten Meeres. Der Walhai – das größte Tier der Ozeane und so harmlos wie ein Planktonfilter – taucht in der Nähe der Küste auf und lässt sich von Schnorchlern und Tauchern begleiten. Ein Walhai, der langsam neben einem her zieht, seine vier Meter breite Schwanzflosse ruhig durch das Wasser bewegt – das ist eine Begegnung, für die Menschen um die halbe Erde reisen.

Die Unterwasserwelt: Was das Rote Meer wirklich bietet

Papageienfische, die Korallen knabbern und weißen Sand hinterlassen (der Sandstrand, auf dem man liegt, ist oft ihr Werk). Clownfische in leuchtenden Anemonen. Feuerfische wie lebende Juwelen. Riesige Murmuräle in ihren Korallenritzen. Silberne Barrakuda-Schwärme, die sich im Taktschritt drehen. Adlerrochen, die elegant über den Sandboden gleiten. Napoleonfische mit ihren markanten Stirnbuckeln, die neugierig auf Taucher zukommen. Hammerhaie in der Tiefe. Dugongs auf Seegraswiesen. Meeresschildkröten beim Mittagsschlaf. Spinnerdelfine beim Morgenspiel. Walhaie in majestätischer Stille.

Das Rote Meer gibt all das. Nicht als seltenes Glück, sondern als regelmäßige Wirklichkeit. Nirgendwo sonst auf der Erde auf so engem Raum, so zugänglich, so zuverlässig.

Hotels, Resorts & Unterkünfte für jeden Stil

In Hurghada: riesige All-Inclusive-Resorts mit Pools und Animation für Familien, kleine Tauchbasen-Hotels mit direktem Riffeinstieg für Taucher, Boutique-Strandclubs für Paare. In El Gouna: Lagunen-Villen und Kanalresorts. In Safaga: spezialisierte Windsurf- und Tauchcamps, familiär geführt, günstig, leidenschaftlich. In Al Quseir: restaurierte Boutique-Hotels in jahrhundertealten Korallensteingebäuden der Altstadt – das romantischste Übernachtungserlebnis der gesamten Küste. In Marsa Alam: von kleinen Öko-Lodges direkt am Naturschutzgebiet bis zu exklusiven Resort-Hotels mit direktem Riffzugang.

Das Rote Meer ist eine Welt. Keine Destination. Hurghada öffnet die Tür. Safaga zeigt die Leidenschaft. Al Quseir erzählt die Geschichte. Und Marsa Alam – Marsa Alam zeigt, wie die Erde aussah, bevor der Mensch sie veränderte. Wer nur eine dieser Städte kennt, hat einen Satz gelesen. Wer alle erkundet, hat ein Leben

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